Was ist eigentlich Gülle ?
Jo, - wer das nich kennen tut, der wird
hier aufgeklärt, nech?
1. Gülle, die,
norddt. für Flüssigmist. Synonym für "Jauche". Gülle
entsteht bei der Massentierhaltung,
vor allem bei der Haltung von Milchvieh (dat sin´ Kühe,
Mann !) in Großstallungen, sog. Boxenlaufställen, und bei der
Schweinemast . Im Gegensatz zur veralteten Aufstallung auf Einstreu
aus Torf oder Stroh stehen die 'Tiere heute i. d. R. auf Spaltenböden,
die die Ausscheidungen der Tiere in einen Unterflurspeicher fallen lassen.
Mit Wasserdruck oder durch Gefälle gelangen die Fäkalien
in eine Güllegrube, wo sie u. U. mehrere Monate zwischengelagert
werden. Dabei kommt es zu Vergärungs- und Ausfaulprozessen. Von Zeit
zu Zeit bringt der Landwirt die Gülle mit Hilfe einer Güllepumpe
in ein Güllefass, welches mit Fahrgestell versehen ist. Damit
wird die Gülle, die einen hochwertigen Dünger darstellt,
auf Felder und Wiesen verbracht, wo sie mittels hohem Druck breitflächig
ausgespritzt wird. Dies weit verbreitete Verfahren ist mit starker Geruchsimmission
verbunden und ist insbesondere bei den Nachbarinnen, die die Wäsche
zum Trocknen ´rausgehängt haben, wenig gern gesehen. In
neuerer Zeit wurde ein anderes Verfahren zur Ausbringung des kostbaren
Dungs entwickelt, das Schleppschlauchverfahren. Dabei wird die Gülle
über ein System aus vielen Schläuchen direkt auf den Boden gebracht
und nicht versprüht.
Eine Kuh macht nicht nur muh, sondern auch ca. 50 Liter
Gülle am Tag, da kommt schon was zusammen. Pro Tonne soll der
miefige Saft übrigens rd. 5 kg Stickstoff , sechs Kilo Kalium und
2 kg Phosphor enthalten, was ihn für den Landmann zu einer Kostbarkeit
macht.
Andererseits steht die Gülle aber auch im
Verdacht, die Ursache für die Nitrifizierung des Grundwassers zu sein.
Zuviel davon können die Pflanzen nicht aufnehmen, das Zeugs läuft
bis in die tiefen Schichten, die das Trinkwasserreservoir bilden. Die Wasserwerke
warnen jedenfalls und untersagen tw. die Gülleausbringung.
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